• Karies und Parodontitis

Galvanische Ströme

Dr. Daum & Dr. Mutzek - Galvanische Ströme

Wenn im Mund Strom fließt

Galvanismus kann verschiedene Ursachen haben. Meist sind unterschiedliche Metalllegierungen im Mund dafür verantwortlich. Welche Auswirkungen diese "Mundbatterie" auf Ihre Gesundheit haben kann, lesen Sie hier. Gelegentlich spüren betroffene Patienten diese Strombildung in Form von metallischen Geschmacksstörungen (Metallgeschmack).

Wenn Sie unterschiedliche metallische Zahnersatzmaterialien im Mund haben, so entstehen zwischen diesen verschiedenen Metallen galvanische Ströme, denn der Speichel ist ein Stoff, der aufgrund seiner in ihm gelösten Salze elektrischen Strom weiterleitet. Im täglichen Leben machen wir von dieser Art der Strombildung gerne Gebrauch. Eine gewöhnliche Batterie ist nach dem gleichen Prinzip aufgebaut. Im Mund hingegen ist dieser physikalische Effekt natürlich unerwünscht.

Die Größenordnungen der im Mund entstehenden Ströme liegen dabei lediglich im Bereich von einigen Nanowattsekunden (1 Nano entspricht 10-9). Es ist möglich, die Stromstärke mit entsprechend empfindlichen Voltmetern bzw. Amperemetern individuell im Mund zu messen. Hier liegt die tolerierbare Grenze bei etwa 100 Millivolt beziehungsweise 3 Milliampere. Starke Mundbatterien entstehen immer dann, wenn unedle Metalle wie zum Beispiel Amalgam oder medizinischer Prothesenstahl, mit edlen Metallen wie zum Beispiel Gold im Mund gemeinsam vorhanden sind.

In wie weit die Strombildung unser Nervensystem beeinflusst, ist noch nicht ausreichend erforscht. Mögliche Folgen sind Schwindelgefühl, Zungenbrennen, Gleichgewichtsbeschwerden, Tinnitus. Die durch die Energie der Mundbatterie ermöglichte Wanderung von Metallionen in andere Organe und Gewebesysteme ist dabei der Schlüssel zum Verständnis der unterschiedlichen Nebenwirkungen.

Wenn im Mund Strom fließt, werden Metallionen freigesetzt. Ionen sind durch Abspaltung oder Anlagerung von Elektronen elektrisch geladene Atome oder Atomgruppen, die aufgrund dieser Eigenschaft besonders reaktionsfreudig sind. Dies ist besonders kritisch bei Amalgamfüllungen, weil es so zur Auflösung des Amalgamgemisches kommt. Dabei gelangen die Metallionen über Zahnbein (Dentin) und Zahnmark (Pulpa) in den Kieferknochen und über den Speichel in den Magen. Das Quecksilber führt hier nachweislich zur Blockade wichtiger Enzymfunktionen.

Im Mund und im Magen-Darmtrakt führen die aus Amalgamfüllungen gelösten Metallpartikel zu einer Verschiebung des pH-Wertes. Damit kommt es zur Änderung der physiologischen Darmflora zugunsten der Pilze. Untersuchungen haben gezeigt, dass etwa eine Darmsanierung nicht möglich ist, solange Amalgam in der Mundhöhle vorhanden ist.

Fazit:
Metalle sollten im Mund sparsam angewandt werden, da sie aufgrund der Strombildung das biologische System Mensch negativ beeinflussen können. Auf alle Fälle sollten nur Metalle gleicher Legierung verwendet werden (also zum Beispiel nicht Amalgam und Gold zusammen). Hinzu kommt die Antennenwirkung der Metalle, die in unserer heutigen Zeit nicht unproblematisch ist: Der uns umgebende Raum ist voll von Elektrosmog und Mikrowellen, die durch diese Antennenwirkung verstärkt werden.

Auch wenn einige Bereiche dieses Phänomens noch genauer zu untersuchen sind, bleibt die Feststellung, dass es nur sinnvoll sein kann, mögliche Gefahrenquellen von vornherein auszuschalten. Es gibt heute durchaus Möglichkeiten, auf Strom leitende Materialien bei der Anfertigung von Füllungen zu verzichten.